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Gyltvik

Deutsche Eisenbahn-Baustelle und Gefangenenlager

12.03.201815:04 Ida Beate Otterlei

In der eigentlich so idyllischen Bucht von Gyltvik finden sich monumentale Überreste deutscher Bautätigkeit aus den Jahren 1944-45. Wenn Sie sich auf den Weg hinunter in die Bucht begeben, werden Sie staunen, was damals an diesem so abgelegenen Ort alles entstanden ist. Zwei lange Tunnel (364 und 94 Meter lang) wurden durch den Felsen getrieben (Achtung: Einsturzgefahr!!!). Durch den Taleinschnitt sollten die Tunnel durch einen hohen gemauerten Eisenbahndamm verbunden werden. Teilweise ist der Damm als Brücke ausgeführt, da die Passage zum Fjord erhalten bleiben musste.

 

Oberhalb des Bahndamms sehen wir zahlreiche Grundmauern großer und kleinerer Gebäude: die ehemaligen Werkstätten, Mannschaftsbaracken, eine Wäscherei und Büros.

Das deutsche Lager erstreckte sich von der unten am Wasser geplanten Eisenbahnlinie bis hinauf bis zur norwegischen Siedlung. Für den Transport von schwerem Material in diesem steilen Gelände war eine Seilbahn montiert worden.

 

Das Gefangenenlager lag ganz oben, war also am weitesten vom Arbeitsort entfernt. Täglich mussten die sowjetischen Kriegsgefangenen den steilen Weg hinab- und nach ihrem langen Arbeitstag auch wieder hinaufsteigen. 400 Gefangene lebten in diesem Lager, von dem heute keine Spuren mehr erhalten sind. Acht Gefangene starben. Einer von ihnen, Wladimir Saluid, wurde nach einem Fluchtversuch erschossen. An der alten Straße nach Kvarv findet sich am Hinrichtungsort sein Name zum Gedenken in den Felsen geschlagen.

Deutsche Offiziere der Organisation Todt in Gyltvik.
Gefangenenkarteikarte von Wladimir Saluid.

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