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Blutweg

12.03.201815:05 Ida Beate Otterlei

Der Blutweg ist ein neun Kilometer langer Straßenabschnitt zwischen Langset und Saltnes, nördlich von Rognan. Der Bau dieser Straßen war 1940 bereits vom norwegischen staatlichen Straßenbau in Angriff genommen, ist dann aber von der deutschen Okkupationsmacht mit Nachdruck vorangetrieben worden. Dabei sollten nach deutschem Willen jugoslawische Gefangene zum Einsatz kommen. Das Gefangenenlager wurde vom norwegischen Straßenbauamt errichtet. Am 25. Juli 1942 kamen die ersten 463 jugoslawischen Gefangenen hier an.

 

Die Straße bekam bald die Bezeichnung Blutweg, denn allein in der Zeit von 1942 bis 1943 starben hier 344 jugoslawische Gefangene: sie wurden erschossen, gehenkt, misshandelt, zu Tode geprügelt oder starben an völliger Erschöpfung. Auch Massenhinrichtungen kamen vor. Im ersten Jahr war das Lager der SS unterstellt. Der SS-Kommandant Fritz Kiefer war für seine Brutalität berüchtigt. Aber auch norwegische Wachmannschaften beteiligten sich an den Misshandlungen.

 

Das Blutkreuz an einer Bergwand an der Straße ist ein starkes Symbol für diese Leiden. Am 14. Juli 1943 wurde Miloš Banjac erschossen. Sein Bruder malte mit dem Blut des Toten ein Kreuz an den Felsen darüber. Seitdem ist dieses Kreuz immer wieder erneuert worden.

Das Gefangenenlager in Botn.
Das Blutkreuz wurde mit dem Blut von Miloš Banjac gemalt.

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