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Petterslager

Lager für sowjetische Kriegsgefangene

12.03.201815:05 Ida Beate Otterlei

Petterslager war eines von vielen Kriegsgefangenenlagern, die von der deutschen Okkupationsmacht entlang der geplanten Eisenbahnlinie eingerichtet wurden. Zum Bau dieser kriegswichtigen Eisenbahn wurden – entgegen internationalen Abkommen - sowjetische Kriegsgefangene eingesetzt. Die ersten 200 Kriegsgefangenen sind hier im Frühsommer 1943 einquartiert worden. Zum Kriegsende befanden sich 600 Gefangene im Lager.

Im Sommer wie im Winter lebten sie in schlecht beheizten, nicht isolierten Baracken. Obwohl sie völlig unzureichend ernährt wurden, sollten sie schwere körperliche Arbeit verrichten: Gräben durch das Moor anlegen, Steine brechen und Erdmassen für den Eisenbahndamm aufschütten. Noch immer ist der Bahndamm auf der anderen Straßenseite gut zu erkennen, denn die Bahnlinie sollte weitgehend parallel zur Landstraße verlaufen.

Das Denkmal auf der kleinen Anhöhe erinnert an die 11 sowjetischen Kriegsgefangenen, die hier im Lager ums Leben kamen. Einer von ihnen war der 23-jährige Jefim Sanarow aus Kasachstan. Jefim war zusammen mit Fjodor Trifonow und Nikifor Malaschik aus dem Lager geflohen, aber schon nach wenigen Tagen eingefangen worden. Die drei wurden am 9. Oktober 1943 im Steinbruch in unmittelbarer Nähe des Lagers erschossen.

Sie werden diese Namen auf dem Gedenkstein vergeblich suchen, denn erst in jüngster Zeit ließen sich die drei zuunterst aufgeführten ID-nummern mit den Angaben in russischen Archiven erhaltener deutscher Gefangenenkarteien verknüpfen. So konnte - 70 Jahre nach ihrem Tod - das Schicksal dieser drei Soldaten geklärt werden.

Sowjetische Kriegsgefangene bei der Arbeit an der Eisenbahnlinie bei Fauske.
Sowjetische Kriegsgefangene bei der Arbeit an der Eisenbahnlinie bei Fauske.
Gefangenenkarteikarte von Jefim Sanarow.

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